Allergien naturheilkundlich behandeln
Homöopathische Mittel zum Lindern von Allergien sind bewährt und wirksam, sowohl, was juckende Augen, Halskratzen oder ständiges Naselaufen betrifft. Am erfolgreichsten setze ich jedoch die Eigenblutbehandlung ein, die ich üblicherweise mit Leberwickeln und Ohr-Akupunktur begleite. Noch nach Jahren berichten Patienten äußerst beglückt von Symptomfreiheit.
Sowohl bei Pollenallergie, Tierhaarallergie, Lebensmittelunverträglichkeiten als auch allergischem Asthma hat sich diese Maßnahme bewährt und verblüfft die Betroffenen, die oft viele Jahre gelitten haben und bisher ausschließlich auf die Einnahme von Antihistaminika angewiesen waren.
Eigenblutbehandlung
Die Eigenbluttherapie ist eine Reizkörpertherapie und kann stimulierend, umstimmend oder dämpfend auf die Symptome wirken. Sie ist eine alt bewährte Umstimmungstherapie, die zu den klassischen Naturheilverfahren und der Alternativmedizin zählt und besonders bei Allergien eingesetzt wird – aber auch bei wiederkehrenden Infekten, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sowie Hauterkrankungen.
Bekannt ist dieses Verfahren vorwiegend aus der Allergiebehandlung. Venöses Blut wird entnommen und meistens mit einem homöopathischen Mittel intramuskulär gespritzt.
Auch bei akuten Infekten reizt man in kurzen Abständen den Körper, bei chronischen Störungen gibt man Injektionen in anfangs geringeren, später größeren Abständen über einen gewissen Zeitraum.
Das Wirkprinzip ist, körpereigenes Blut als Fremdkörperreiz in den Körper (Muskel) zu bringen und damit die Selbstheilungs‑ und Abwehrkräfte sowie die Neuordnung des Organismus anzuregen.
Die Eigenbluttherapie ist bereits vorbeugend im Herbst/Winter vor der Heuschnupfenzeit zu empfehlen. Im Akutstadium, wenn der Körper bereits heftig auf Pollen oder sonstige Auslöser reagiert, ist sie äußerst wirksam.
Homöopathie – „Similia similibus curentur “
Samuel Hahnemann (1755–1843) studierte in Leipzig Medizin, später auch noch Chemie. Sein Forschergeist ließ ihn mit den damaligen Behandlungsmethoden hadern, die er „Symptomkuriererei“ nannte, und trieb ihn so weit, dass er seine Praxis schloss und seine bereits 6‑köpfige Familie mit Übersetzungen über Wasser hielt.
Die Übersetzung des Arzneimittelbuches des Engländers Cullen stieß ihn auf die Chinarinde. Er nahm sie ein und entwickelte Symptome, die er vom Wechselfieber/Malaria kannte. Die Rückschlüsse aus diesem immer wieder wiederholten Experiment an sich selbst werden als Geburtsstunde der Homöopathie bezeichnet (1790).
Hahnemann formulierte in der Folge das Ähnlichkeitsprinzip: „similia similibus curentur“. Dem liegt zugrunde, dass ein Mittel, das beim Gesunden Symptome einer Krankheit hervorruft, beim Kranken diesem zur Heilung verhilft.
Um die Wirksamkeit der Methode zu verfeinern, entwickelte er das System der Verreibung/Verschüttelung/Potenzierung, wodurch von den Ausgangsstoffen meist keine Inhaltsstoffe nachweisbar sind – die Wirksamkeit der Mittel dennoch erhöht wird und Nebenwirkungen verschwinden (z. B. bei Giftsubstanzen).
Unterschied zur Phytotherapie
Im Unterschied zur Phytotherapie werden in der Homöopathie nicht nur pflanzliche Ausgangsstoffe verwendet, sondern auch tierische, mineralische, energetische (z. B. Mondlicht) sowie Mittel aus krankem Material, Sekret, Blut, Erregern (Nosoden).
Grundsatz: Die Homöopathie ist eine Regulationstherapie. Wie andere naturheilkundliche Maßnahmen auch (z. B. Akupunktur) regt sie die vorhandene Körperenergie derart an, dass ein Heilprozess eingeleitet wird (Harmonie).
Kernsatz: Nur von dem, was gesund ist, kann ein Heilimpuls ausgehen.
Vorgehensweisen in der homöopathischen Behandlung
Klassische Homöopathie: In der Regel läuft sie auf eine Behandlung der Gesamtkonstitution des Patienten hinaus. Der Therapeut versucht, das passende Mittel nach stundenlanger Anamnese entsprechend der außergewöhnlichen Besonderheiten, die aus dem Patienten „sprechen“, herauszufinden und damit in der Grunddisposition einen Impuls über das Simile zu geben. Häufig kommen höhere Potenzen (C oder LM) zur Anwendung, die meist mit wenigen Gaben auskommen.
Komplexmittelhomöopathie / niedere Potenzen: Niedere Potenzen (D), unter Umständen kombiniert mit einem Einzelmittel als Urtinktur (nicht potenziert), finden oftmals Anwendung in der Komplexmittelhomöopathie. Hier gibt es äußerst wirksame und bewährte Mittel, die sich auf Symptomkomplexe konzentrieren und meist mehrmals am Tag über einen gewissen Zeitraum gegeben werden.
Die anthroposophische Medizin sei hier ebenfalls erwähnt, die sowohl Einzelmittel als auch hervorragende Komplexmittel gemäß der anthroposophischen Menschenkenntnis in homöopathischen Niederpotenzen anbietet, wobei der Schwerpunkt auf das Geistig‑Seelische gelegt wird.
In diesem Zusammenhang sei auch noch die Spagyrik erwähnt: eine Form der Medikation, die „Trennen und neu Vereinen“ bedeutet und nach klaren Vorschriften durch diesen Prozess eine Wirkverstärkung zum Ziel hat. In Deutschland wird sie ebenfalls zur Homöopathie gerechnet, obwohl nicht immer eine Potenzierung stattfindet.
Grenzen der Homöopathie
Die Errungenschaften der Schulmedizin sind unumstritten. In Einzelfällen müssen Therapeut und Betroffener die individuell richtigen Maßnahmen erwägen (Operationen usw.) und die Homöopathie unter Umständen als Begleittherapie zu schulmedizinischem Vorgehen in Betracht ziehen. Behandlungsmethoden sind so individuell wie wir Menschen.
Resümee: Die Homöopathie hat Stärken und Vorteile gegenüber schulmedizinischen Methoden, weil sie – abgesehen von möglichen Erstverschlimmerungen – nebenwirkungsfrei, sanft und gezielt wirkt und sehr preiswert ist. Sie bietet Alternativen zur Begleitung bei chronischen Erkrankungen, aber auch in Akutfällen. Homöopathie behandelt den ganzen Menschen: Körper, Geist und Seele – also auch psychische Aspekte.
Das Ziel einer homöopathischen Behandlung ist, das emotionale und biologische Gleichgewicht des Menschen herzustellen, was seine Abwehrkräfte optimiert, das Immunsystem stärkt und ebenso das Gemüt.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Beschwerdebild kann auch Ausleitung / Entgiftung eine sinnvolle ergänzende Behandlung bei Allergien sein.